Michael Buble – Call Me Irresponsible

28 05 2007

Michael

Der Crooner aus Kanada bleibt sich auch auf seinem neuen Album musikalisch treu. Es gibt im Moment kaum einen vergleichbaren Sänger, der die längst vergangene Swing- und BigBand-Ära wieder so lebendig auferstehen lässt, wie Michael Buble.

Auf Call Me Irresponsible, produziert von David Foster (Barbara Streisand, Celine Dion) und Humberto Gatica (Elton John, Destiny’S Child) gelingt ihm das erneut mit einer bewundernswerter Leichtigkeit. Bereits der Opener, Cy Colemans wunderbar lässiges „The Best Is Yet To Come“, das vor Jahrzehnten schon Frank Sinatra und Ella Fitzgerald zu einem Hit machten, strahlt in betörendem Glanz. Nicht weniger überzeugend klingt auch das daran anschließende, mit Salsa-Elementen veredelte „It Had Better Be Tonight (Meglio Stasera)“.

Doch das sind alles nur Lockerungsübungen für Michael Buble, der praktisch von Song zu Song besser wird. Seine Version des 1972 vom legendären Songwriterduo Gamble & Huff geschriebenen „Me And Mrs. Jones“ ist der erste Höhepunkt eines nahezu makellosen Albums. Das Buble aber auch mit aktuelleren Songs sehr gut zurecht kommt, zeigt „I’m Your Man“, das 1988 das gleichnamige Album von Leonard Cohen zierte. Michael Buble war von diesem Song schon lange begeisterte und liefert auf Call Me Irresponsible eine Version ab, die bei aller klanglichen Brillanz auch die düsteren Untertöne dieser Midtempo-Nummer nicht ausspart.

Auch das gemeinsam mit Boyz II Men eingespielte „Comin’ Home Baby“, 1962 ein Hit für Mel Torme, meistert er absolut perfekt. Dass er auch als Songwriter durchaus auf eigenen Füßen stehen kann, zeigt sich dann bei „Lost“, einer mit sanften Streicherklängen ummantelten Ballade, die Buble zusammen mit der aus Kanada stammenden Songwriterin Jann Arden und Co-Produzent Alan Chang komponierte.

Der mit Abstand bezauberndste Titel auf dem Album ist allerdings seine Version von Eric Claptons Ballade „Wunderful Tonight“, bei der Michael Buble kongenial von dem Brasilianischen Singer/Songwriter Ivan Lins begleitet wird. –Norbert Schiegl





Nickelback – All the Right Reasons

6 03 2007

Nickelback

Die Multi-Platin-Rocker haben versucht, kein zweites The Long Road abzuliefern, und überzeugen auf All The Right Reasons mit einer Mischung aus altbewährten Trademarks und kleinen Neuerungen.

Grundsätzlich haben Chad Kroeger und seine Nebenleute ihren typischen Sound beibehalten. Unter den elf Songs finden sich diverse abwechslungsreiche, radiotaugliche Balladen wie „Photograph“, „If Everyone Cared“ (mit starken Klavier-Parts) und die Streicher-Nummer „Savin´ Me“, aber auch zahlreiche deftige Rocker, die es problemlos mit den Nickelback-Klassikern der drei Vorgängeralben aufnehmen können.

Während jedoch früher vor allem Chads Stimme und Gitarre im Vordergrund standen, präsentieren sich die Kanadier diesmal homogener und facettenreicher. Der Bass ist deutlich präsenter und markanter als in der Vergangenheit, und mit dem neuen Drummer Daniel Adair (3 Doors Down) präsentiert man einen hoch motivierten Aktivposten, der den Songs eine satte Extra-Portion Groove verleiht.

Abgerundet wird die kleine Stilkorrektur durch die ungewohnt hartmetallischen Abrissbirnen „Animal“ und „Side Of A Bullet“ (dem verstorbenen Ex-Pantera-Gitarristen Dimebag Darrell gewidmet) sowie die knackige Rock´n´Roll-Nummer „Follow You Home“, zu der ZZ-Top-Gitarrist Billy Gibbons ein Solo beisteuerte. — Michael Rensen





Falco – Hoch wie noch nie – Limited Digipack

2 03 2007

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Runde Jubiläumsdaten braucht es, damit Falco-Fans mit Hoch Wie Nie endlich eine CD-Compilation mit einem sinnvollen, chronologischen Querschnitt durch das gesamte Werk des international erfolgreichen Österreichers kaufen können. Der am 6. Februar 1998 tödlich verunglückte Hansi Hölzel, so Falcos Geburtsname, hätte am 19. Februar 2007 seinen 50. Geburtstag gefeiert. Und ganz Österreich taumelt nach dem Mozart-Jahr ins Falco-Jahr.

Die Plattenfirmen haben sich zusammengerauft, um eine lückenlose Rückblende vom Jahr 1982 und Falcos erstem Hit „Der Kommissar“ bis zu den Songs aus dem posthum veröffentlichten Album Out Of The Dark zu gewähren. Und damit ist dieses Doppelalbum mit 16 Tracks wirklich sein Geld wert. Neben den großen nationalen und internationalen Hits wie „Ganz Wien“, „Jeanny“, “Rock Me Amadeus“ oder „Coming Home“ findet man darauf nicht minder spannende Songs aus den weniger erfolgreichen, aber künstlerisch hochinteressanten Alben wie ! Junge Römer. Auch die Single „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“, mit der Falco 1996 unter dem Pseudonym T-MA a.k.a. Falco nochmals an alte Chart-Erfolge anknüpfen konnte, fehlt nicht. Und auch nicht „Tribute To Falco“, ein Radiomix, den seine Produzenten Bolland & Bolland in Toderjahr veröffentlichten. Deren brandneue Version von „Männer des Westens“ ist ein zusätzliches Bonbon. Damit umfasst Hoch Wie Nie das gesamte Spektrum von Falcos Fabulierkunst, seiner Fähigkeit, den jeweiligen Zeitgeist in griffige Rap-Reime und überraschende Melodien zu verpacken.

Neben der Doppel-CD erscheint parallel die dokumentarische DVD Hoch Wie Nie über sein schillerndes Leben, gestaltet Rudi Dolezal und Hannes Rossacher, die auch viele seiner Videos gestaltet haben. — Ingeborg Schober